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EW-MW-Studie bestätigt bisherige Politik


Zdroj/SourcePET FLASH 28/2003, EINWEG-MEHRWEG-STUDIE, s.10-11 in Tschechisch
 

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HOME ARCHIV 2003 15.09.2003 EW-MW-Studie bestätigt bisherige Politik
DG PETCORE Frank Koelewijn: "I am concerned with the haste with which legislators in candidate countries scramble to impose laws just to meet EU requirements. They risk making costly mistakes. Instead, they should request fast moving consumer goods manufacturers to come up with a sound business plan for the collection of recyclable household waste such, that it meets local economic, social and cultural needs. It is so much easier to do things right in the first place, instead of having to repair a dysfunctional collection system."


Schweizer Behörden betriebenen Umweltpolitik bei Getränkeverpackungen raten die Autoren der Studie deshalb ab. Quelle Pack aktuell, 11/03 Joachim Kreuter)


Die Studie im Überblick

Titel: «Einweg- und Mehrweg-Verpackungen für karbonisierte Getränke im ökologischen Vergleich EW-MW-Studie)». Verfasser: Wagner & Partner SA Beratung / Engineering, Montreux. Auftraggeber: Buwal (Behörde), Altoplast Claropac AG und Femit Plastic AG (PETVerarbeiter), ITW Poly Recycling AG PET-Recycling-Firma), Igora-Genossenschaft für Alurecycling und Verein PET-Recycling Schweiz (Sammelorganisationen). Apeal (Verband), Coca-Cola AG, Mineralquelle Eglisau AG, Passugger Heilquellen AG, Rivella AG, Valser Mineralquellen AG (Abfüllbetriebe). Beobachtungszeitraum: Messdatenherhebung 1992 und 1997, Beobachtungszeitraum bis 2000. Bezug: Beim Verfasser Wagner & Partner SA.


Die Anfang Juni veröffentlichte Einweg-Mehrweg-Studie* untersucht die Umweltbeanspruchung verschiedener Getränkeverpackungen. Auftraggeber der Studie war neben anderen Firmen und Organisationen auch das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) in Bern. In der Ausgabe Nr. stand Dr. Peter Gerber Pack aktuell Red und Antwort.

Pack aktuell: Die 1998 begonnene und jetzt veröffentlichte EWMW-Studie kommt kurz gesagt zum Schluss, dass keine Verpackungsform von vornherein ökologischer ist als die andere. Herr Gerber, welche Schlüsse zieht das Buwal aus den Ergebnissen der Studie? Stimmt die bisherige Recycling- und Abfallpolitik bei Getränkeverpackungen oder werden Korrekturen nötig?

Dr. Peter Gerber

Peter Gerber: Die Studie kommt zum Schluss, dass Mehrwegverpackungen eine nach wie vor ökologische Verpackungsform für Getränke sind, vor allem dann, wenn hohe  Umlaufzahlen erreicht werden. Deshalb begrüsst das Buwal den Einsatz von Mehrwegflaschen. Die Studie kommt weiter zum Schluss, dass Einwegverpackungen ökologisch ebenfalls verträglich sind, wenn hohe Recyclingquoten erreicht werden und das Sammelgut wenig verunreinigt ist. Das bestätigt die Politik des Bundes, keine Verpackungsform zu bevorzugen. Wir überlassen es den involvierten Kreisen, das heisst Verpackungsherstellern, Abfüllern, Handel, Sammelorganisationen und Gemeinden, so weit als möglich selbst, die Verwertung gebrauchter Getränkeverpackungen umweltverträglich zu regeln. Aus den Ergebnissen der Studie ist kein Grund abzuleiten, diese bisherige Politik zu ändern.

Pack aktuell: Aber Hinweise auf Optimierungsbedarf in bestimmten Bereichen dürfte die Studie doch ergeben haben.

Peter Gerber: Ja. Die Studie zeigt zum Beispiel, dass die Recyclingquote bei PET-Einwegflaschen bis 0,5 Liter Inhalt zu niedrig ist. Hier werden wir noch stärker darauf drängen, dass die involvierten Firmen und Organisationen Massnahmen treffen, um diese Quote anzuheben.

Pack aktuell: Was erwartet das Buwal konkret?

Peter Gerber: Die Lücken im Sammelstellennetz müssen nach unserer Meinung geschlossen werden. Gerade da, wo vielfach kleine Einweg-Getränkeverpackungen verkauft und konsumiert werden, zum Beispiel in Bahnhöfen, Kiosks und Tankstellenshops, sind die Rückgabemöglichkeiten unzureichend. Eine weitere Lücke im Sammelstellennetz gibt es auch bei den Sammelstellen der Gemeinden. Dort können Glas- und Metallverpackungen zurückgegeben werden, nicht aber auch PET-Verpackungen. Für Konsumenten ist es aber einfacher, wenn sie ihr gesamtes gesammeltes Recyclinggut an einer Stelle entsorgen können. Wir sind deshalb mit allen betroffenen Kreisen im Gespräch, um Lösungen für die Ausweitung und Harmonisierung des Sammelstellennetzes zu finden.

Pack aktuell: Die Studie wurde 1998 in Auftrag gegeben und basiert im Wesentlichen auf Daten der Jahre 1992 bis 1997. Inwieweit schränkt die lange Studiendauer und die vergleichsweise alte Datengrundlage die Aussagekraft der Studie ein?

Peter Gerber: Das schränkt die Aussagekraft nach unserer Ansicht nicht ein. Dies aus zwei Gründen: Erstens haben sich die Herstellungsprozesse der Verpackungen als solche nur wenig verändert. Eine Aktualisierung der Daten aus dem Bereich Herstellung war deshalb nicht nötig. Zweitens hat das Beratungsund Ingenieurbüro Wagner & Partner SA, das die Studie durchführte, die Daten in den Bereichen aktualisiert, die sich im Studienzeitraum wesentlich verändert haben. Dies betraf vor allem die Modernisierung der Ökobilanzmethode Eco-indicator 1999. Mit einbezogen wurde unter anderem das neue Aufbereitungsverfahren für PET, das in der Anlage in Frauenfeld praktizierte Recy-PET-Verfahren.

Pack aktuell: Die EW-MW-Studie ist eine so genannte Multi-Client-Studie. Neben dem Buwal werden in der Studie elf weitere Firmen und Organisationen als Auftraggeber genannt. In der Auflistung fällt auf, dass sich Glasindustrie und Glas-Recyclingorganisationen nicht beteiligt haben. Warum?

Peter Gerber: Falls Sie mit dieser Frage implizit auf eine irgendwie eingeschränkte Glaubwürdigkeit der Studie hinweisen wollten, kann ich klar sagen: Die Aussagekraft der Studie wird dadurch nicht beeinträchtigt. Glasindustrie und -recycling, wie übrigens auch ein Grossverteiler, sind allein deshalb nicht aufgeführt, weil sie  sich nicht direkt finanziell an der Studie beteiligt haben. Von beiden wurde aber umfangreiches Datenmaterial zur Verfügung gestellt. Die Glasindustrie hat zum Beispiel auf eigene Kosten speziell für die Studie Untersuchungen auf Schwermetall durchgeführt. Der breite Teilnehmerkreis, der über die aufgeführten direkten Auftraggeber der Studie hinaus ging, hat eine optimale Erhebung der Datenbasis ermöglicht.

Quelle: Pack aktuell, Nr. 11/03 Joachim Kreuter)

 

 

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